Unsere Ziele – malengo yenu

Kenia, ein Land voller Gegensätze – Nchi ya Kenya, Mbinguni na Kuzimu

Kenia ist ein Land in Ostafrika mit ungefähr 46 Mio Einwohner auf einer Fläche größer als Deutschland. Das Land weist eine erstaunliche kulturelle Vielfalt auf mit 51 Volksgruppen und ebenso vielen Sprachen, wobei Swahili die Umgangssprache ist. Landschaftlich beinahe ebenso vielfältig findet man in Kenia von Wüste bis zu Regenwald zahlreiche tropische Landschaftsformen. Der Südosten des Landes entspricht ziemlich gut dem klassischen Bild einer afrikanischen Savanne, die ähnlich wie in „König der Löwen“ von großen Tieren wie Löwen, Giraffen, Büffeln, Elefanten und vielen anderen Lebewesen bewohnt wird. Der kulturelle und natürliche Reichtum dieses Landes hat im vergangen Jahrhundert unter kolonialer Herrschaft gelitten. Auch heute noch ist das Land politisch äußerst polarisiert, sodass es nur wenig wirtschaftliche und politische Stabilität gibt. In Dadaab im Nordosten Kenias befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt, wo etwa 350.000 Somalis leben, die dem somalischen Bürgerkrieg entflohen sind. Außerdem gehört Kenia durch seine geografische Lage zu den Regionen, die in kommenden Jahren besonders stark unter den Folgen des Klimawandels leiden wird. Bereits in den letzten Jahrzehnten gab es regional vermehrt Dürren und andere wetterbedingte Probleme.

Die kenianische Bevölkerung ist sehr jung und wird immer jünger. Ein bestimmender Punkt im Leben vieler junger Kenianer ist heute die Jugendarbeitslosigkeit. Der Weg in das Erwachsensein und in den Beruf ist nicht immer leicht: Die Schulbildung ist zwar in der Regel kostenlos, doch was nützt ein Abschluss, wenn die Möglichkeiten nach dem Schulabschluss beschränkt sind? Universitäten kosten Geld, für viele kenianische Familien unerschwingliche Beträge. Ausbildungen wie in Deutschland gibt es in der Form nicht, stattdessen fangen junge Kenianer einfach an zu arbeiten nach dem Motto „learning by doing“. Doch Arbeit ist rar. Für Jugendliche, die gerade die Schule abgeschlossen haben, gibt so gut wie keine Chance auf eine Arbeit, die nicht unterbezahlt ist. Deswegen machen sich einige Kenianer bereits sehr jung selbstständig und diese Lebenskünstler versuchen sich irgendwie durchs Leben zu schlagen. An dieser Stelle setzt unsere Idee an: Wir wollen jungen, musikalisch begabten Kenianern eine Möglichkeit geben, sich besser entfalten und Eigeninitiative ergreifen zu können. Dazu wollen wir eine Plattform kreieren, die als Anlaufstelle und Treffpunkt für musikalischen Austausch und Verwirklichung dient. Unsere Idee entspricht den Prinzipien „Hilfe zur Selbsthilfe“ und Kooperation auf Augenhöhe.

Nairobi, die quirlige, aufstrebende Millionenmetropole, wirkt wie ein Magnet auf junge Kenianer, die der Aussichtslosigkeit auf Arbeit auf dem Lande entfliehen. Im Laufe der Jahre hat sich die Metropolregion als wirtschaftliches aber auch als künstlerisches Zentrum des Landes und Ostafrikas entwickelt. Es gibt eine große Musikszene und eine Menge kreatives Potential.

Unser erstes Ziel ist es, ein Konzert im Großraum Nairobi zu organisieren. Mit dem Konzert wollen wir auf unser Projekt aufmerksam machen und unser Netzwerk ausbauen.

Sobald wir die finanziellen Mittel haben, möchten wir eine Räumlichkeit in Nairobi anmieten, in dem das Equipment zum Musizieren, wie Musikinstrumente und elektronische Ausstattung (Mischpult, Boxen u.Ä.), bereitgestellt wird. Dort können sich dann interessierte Jugendliche aufhalten, um unter Anleitung von Experten an ihren musikalischen Projekten zu arbeiten. Außerdem können sie sich hier vernetzen, zusammenschließen und auch gegenseitig helfen!

Neben der materiellen Förderung soll unser Projekt die Jugendlichen auch auf der persönlichen Ebene weiterbringen. Dadurch, dass ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sich zu entfalten und ihre Pläne zu verwirklichen, lernen die Jugendlichen Eigeninitiative, Unternehmergeist und Teamwork. Außerdem wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt und sie haben die Möglichkeit, ihre gewonnen Fähigkeiten mit ihrem Umfeld zu teilen. Von diesen Fähigkeiten werden sie nicht nur im musikalischen Kontext, sondern auch auf ihrem gesamten weiteren Lebensweg profitieren und somit zu einer gesellschaftlich nachhaltigen Zukunft beitragen können.

Zur Stärkung des deutsch-kenianischen (musikalischen) Austauschs ist unser langfristiges Ziel, aus dieser musikalisch ausgestatteten Räumlichkeit einen weltwärts Einsatzplatz zu machen. Weltwärts ist ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderter Freiwilligendienst, bei dem sich deutsche Jugendliche in sozialen oder ökologischen Projekten nach dem Vorbild eines FSJ im globalen Süden engagieren.

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